Ausstellung vom 3. Mai bis 16. Juni 2018

Richard Eberle im Gespräch mit Nora Adamo:

Du sagtest einmal, Du wärst gerne Schriftsteller geworden. Das erzählerische Element in Deiner Malerei ist unverkennbar. Was gab letztendlich den Ausschlag, dass Du Maler wurdest?

Meine zeichnerischen Fähigkeiten und die Lust, sie einzusetzen, etwas bildlich darzustellen, waren bereits als Kind vorhanden. Die Entdeckung der Literatur kam erst später, mit dem Lesen, das ich exzessiv betrieb. Es faszinierte mich, wie man mit Schreiben eine eigene Welt schaffen kann. Meine heimliche Bewunderung galt immer Malern, die auch schriftstellerisch tätig waren, von Michelangelo bis heute gibt es genügend Beispiele.

Spontan fällt mir der Briefwechsel Hans von Marees mit Konrad Fiedler ein, der mich in jungen Jahren tief beeindruckte. Ohne Bücher und ohne Malerei könnte ich nicht leben. Lesen und Malen sind notwendig wie Essen und Trinken. Es mag stimmen, dass in meiner Malerei ein ausgeprägtes erzählerisches Moment sichtbar ist. Die Bildende Kunst hat von Beginn an Inhalte und Bedeutung vermitteln wollen. Ich glaube, es war Gregor VII, der sinngemäß sagte, Bilder seien Bücher derer, die nicht lesen können. Nun hat sich letzteres seit Gutenberg zwar grundlegend geändert.

Aber ich persönlich bin der Meinung, Bilder sollten Inhalte haben, die der Betrachter verstehen kann. Und wenn ich in mir Geschichten habe, drücke ich sie in meinen Bildern aus. Es ist meine Natur. Das schließt nicht aus, dass ich abstrakte und konkrete Kunst schätze, wenn sie Qualität hat. Das Wunderbare an der Kunst ist doch, dass sie so viele Artikulationsmöglichkeiten in sich birgt wie es Künstler gibt, die sie ausüben.

Werke von Hans Dahlem

Alle Rechte an den Fotos: Galerie am Staden