Ausstellung vom 16. Januar bis 15. Februar 2020

Nach autodidaktischen Anfängen in den frühen siebziger Jahren setzte sich Horst Reinsdorf schon bald intensiv mit den Grundlagen der Malerei auseinander. Er besuchte Fortbildungen und lernte bei namhaften Dozenten wie Hein Bender, Manfred Güthler, Viktor Fontaine und Leo Erb vieles über Technik, Komposition und Farbenlehre. So entwickelte er im Laufe der Jahre ganz souverän seinen eigenen Stil, geprägt vom freien Umgang mit Form und Farbe. Er malt zwar gegenständlich, zeigt realistische Details, doch die vermeintliche Wirklichkeit seiner Bilder ist sorgfältig konstruiert. „Meine Bilder sind realistisch, aber nicht fotorealistisch“ (Reinsdorf).

Horst Reinsdorf‘s künstlerisches Schaffen ist eng mit der Stadt Völklingen und deren Menschen verbunden. Seit Jahren spürt er unter dem Oberbegriff „Stadt-Mensch-Weltkulturerbe“ der Frage nach, was einmal war, wo es hingeführt hat und wie es weitergeht. Einer Frage, die den Menschen in seiner Existenz berührt, in seinen Ängsten und Hoffnungen. Ein abstraktes Thema, dem er sich mit vagen Figuren und/oder menschlichen Spuren im imaginären Bildraum zu nähern sucht. Ausgehend von Skizzen und Entwürfen in verschiedenen Techniken entstehen seine Ölgemälde und Aquarelle in einem lebendigen künstlerischen Prozess, der sich im fertigen Werk spiegelt. Denn er versteht es, farbige, kompositorische und gestalterische Mittel so auszuloten, dass sie die Auflösung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im Bildnerischen zum Ausdruck bringen.

„Auch, wenn in meinen früheren Bildern der Mensch im Mittelpunkt stand so sind bei den neuen Serien weniger zu finden. Es finden sich aber immer wieder Details welche auf die Anwesenheit des Menschen verweisen. Anregung bekomme ich aber auch durch Gedichte und Erzählungen diverser Autoren, unter anderem Martina Merks-Krahforst, Hans Krupa.

Wichtig hierbei erscheinen mir neue Formen Zusammenhänge, Stimmungen und Ereignisse in unterschiedlichsten Techniken darzustellen und miteinander zu verbinden. Erwartungshaltung und Hoffnung werden innerhalb der Figuren oder Figurengruppen in den einzelnen Bildern dargestellt.“ (Reinsdorf)

Horst Reinsdorf wurde 1947 in Zwenkau bei Leipzig geboren. Doch Kindheit und Jugend verbrachte er in Völklingen, wo er seither zuhause ist und seit 1995 ein eigenes Atelier mit Galerie unterhält – ein Zentrum der regionalen Kunst und Kultur, in dem regelmäßig Ausstellungen und Lesungen stattfinden. Seine Werke befinden sich in privaten Sammlungen, Museen und öffentlichen Gebäuden.

Werke von Horst Reinsdorf

Alle Rechte an den Fotos: Galerie am Staden und Horst Reinsdorf