Ausstellung vom 1. Februar bis 6. April 2018

Hans Dahlem in einem Gespräch mit Heinz Hostnig:

„Was mich interesiert, ist die Bewegung in der Landschaft, die Veränderungen durch Lebewesen, wie eine Frucht aufplatzt, wie Termiten einen Berg sprengen, wie das Eruptive wirkt, wie die Erde in Ruhe aussieht mit ihren Schichtungen und Lagen. Mich interessieren Übergänge und Erstarrungen, Wachstum und Zerfall.“

Ich möchte noch weitergehen und sagen: dieses WIE ist in Dahlems immer im Augenblick vor der Entladung festgehalten; Erze und Steine, Pflanzen und Tiere, alle Dinge, alle Geschöpfe halten den Atem an: der schöne Moment des Geschehens ist eingetreten, ein Granatapfel bricht auf, ein Achat zerbirst, eine Druse zerspringt, ein Lebacher Ei explodiert. Der kosmogonische Prozeß, Hans Dahlems Lebensthema, ist unausschöpfbar, und Hans ist immer noch dabei, ihn auszuschöpfen.

Während sich die Kunstkritik in den Jahren nach 1965 mit den wechselnden Moden beschäftigte und Hans Dahlems unerschütterliches Festklammern am Thema oft übersah und auch leichtfertig beobachtete, blieb er sich selbst und seiner Kunst treu. Die Verdrängung der gegenständlichen Kunst während der Alleinherrschaft der Abstrakten aller Couleur ist auch eine Verdrängung von Ängsten, die sich darin zeigen, dass der Informelle und sein Nachläufer sich weigern, die Beschaffenheit der menschlichen Natur und der Welt, in der sie sich auslebt, in aller Anschaulichkiet zu akzeptieren und sich mit ihr ohne introvertierte Verrenkungen auseinanderzusetzen.

Werke von Hans Dahlem

Alle Rechte an den Fotos: Galerie am Staden