Ausstellung vom 23. Mai bis 6. Juli 2019

Edvard Frank, 1909 in Korschenbroich geboren, 1972 gestorben in Saarlouis, gehörte einer Generation an, die zwischen den beiden Weltkriegen zum Studium, auch schon zum Beginn einer künstlerischen Entwicklung kam, die indes, unterbrochen durch die Maßnahmen im Dritten Reich, sich erst nach 1945 wieder frei entfalten konnte, auch die internationale Szene erstmals kennenlernte. Die etwa vom Jahre 1925 an sich in der deutschen Kunst bemerkbar machende postmoderne Strömung, die den Expressionismus zugleich überwunden und weitergeführt hat, übernahm eine ganze Reihe von Errungenschaften, der „modernen“ Malerei: ihre Hinwendung zu Grundfragen der menschlichen Existenz, die Expressivität als Zeichen der Beteiligung des Subjekts am Kunstwerk, die Wiederentdeckung der Farbe als des eigentlichen Mediums der Malerei. (Dr. Rainer Zimmermann)

Franks farbenfrohe, farbentiefe, arkadische Bilder stellen eine Gegenwelt zur hektischen, überzivilisierten, übertechnisierten, – und uns deshalb fragwürdig gewordenen Existenz unserer Zeit dar, – ähnlich der Bilderwelt eines Henri Matisse, die schlichte Farbschönheit in einfachster Form als beglückende Seherlebnisse vermittelt. (Dr. J.A. Schmoll gen. Eisenwerth)

Man wird sagen dürfen, dass seit dem Aufenthalt Franks in Pergamon das Land der Antike auf ganz und gar eigene Weise von ihm erfahren und dargestellt wird. Das bleibt eine Leistung, die ihn heraushebt. Seine Aquarell- Malerei wird hier zu einer Ästhetik des Ephemeren. Wir denken an die lichttrunkenen Aquarelle von Klee. Wir denken an Franks Freund Werner Gilles, der von den „inneren Farbklängen und der schmetterlingshaften Materie des Aquarells“ begeistert war. Edvard Frank wird für immer zu den bedeutendsten Aquarellmalern des 20. Jahrhunderts gehören. (Prof. Wilhelm Weber}

Eine Biographie möchte Aspekte zum Leben und Werk des Künstlers skizzieren und in einem übergreifenden Zusammenhang stellen. Um das Leben Edvards Franks möglichst authentisch darzustellen, wurden Dokumente aus seinem Nachlass und die Informationen aus Gesprächen mit Verwandten und Freunden des Malers in die Betrachtung mit einbezogen. Frank war in erster Linie Aquarellist, aber auch ein großartiger Zeichner in allen Schaffensperioden. Ölbilder malte er nur wenige. Frank wählte das Aquarell als vorrangiges Medium, weil es seinem malerischen Temperament entsprach und spontan umzusetzen war. Die Aquarelle stehen somit im Mittelpunkt der Biographie. (Petra Thorand)

Werke von Edvard Frank

Alle Rechte an den Fotos: Galerie am Staden
Portrait: Institut für aktuelle Kunst